Pelhams




Pelham kurz mit Zungenbogenstange



Pelham 20 mm mit weicher Stange mit Zungenfreiheit und lange Anzüge





Pelham kurz mit Comfortstange

Pelham lang mit Zungenbogenstange






Pelham 20 mm mit harter Stange mit Zungenfreiheit und langen Anzügen





Pelhams – vielseitige Gebisse für eine feine Zügelkommunikation
Einführung: Was sind Pelhams?
Pelhams sind Spezialgebisse, die die Vorteile von Wassertrense und Kandare kombinieren. Sie bestehen aus einem Mundstück mit seitlichen Anzügen, das mit einer Kinnkette verbunden ist. Durch diese Bauweise lassen sich Zügelhilfen besonders präzise dosieren. Sowohl ambitionierte Freizeitreiter als auch Turnierreiter greifen zu Pelhams, um sensibel und zugleich wirkungsvoll mit ihrem Pferd zu kommunizieren. Pelhams gehören jedoch in geschulte Hände – sie sind kein Allheilmittel, sondern eine differenzierte Hilfe für fortgeschrittene Reiterinnen und Reiter. Beim Einsatz ist Einfühlungsvermögen gefragt: Eine konstante, gefühlvolle Anlehnung ermöglicht es dem Pferd, das Gebiss anzunehmen und entspannt zu tragen. Ein zu starker Zug oder ein ungeeignetes Modell kann hingegen zu Unbehagen führen.
Aufbau und Funktionsweise eines Pelhams
Ein Pelham besteht aus einem Mundstück, zwei seitlichen Schenkeln (Anzügen), einem oberen und unteren Zügelring sowie einer Kinnkette. Die Anzüge erzeugen einen Hebel, der bei Zügelaufnahme Druck auf die Bars des Pferdemauls und auf das Genick ausübt. Gleichzeitig sorgt die Kinnkette dafür, dass das Gebiss stabil im Maul liegt und sich nicht verdreht. Je länger der Anzug, desto größer die Hebelwirkung und desto stärker der Druck auf das Genick. Kurze Anzüge führen zu einer schnelleren, aber weniger starken Einwirkung auf das Genick. Über den oberen Ring lässt sich ein zweites Zügelpaar oder ein Pelhamriemen befestigen; so kann der Reiter die Wirkung differenziert steuern.
Für Reiterinnen, die mit einem Paar Zügel reiten möchten, bieten sich Pelhamriemen an: Diese verbinden den oberen und unteren Ring, sodass nur ein Zügel verwendet wird. Mit zwei Zügeln lässt sich dagegen feiner differenzieren: Das obere Paar wirkt wie ein normales Trensengebiss, das untere Paar überträgt die Hebelwirkung der Anzüge und die Einwirkung der Kinnkette. Wichtig ist, dass die Kinnkette korrekt verschnallt wird: Sie sollte bei einer aufrechten Kopfhaltung des Pferdes einen Winkel von etwa 30–45 Grad zwischen dem unteren Anzug und der Maulspalte bilden. Nur so können die Hilfen gleichmäßig und schonend wirken.
Verschiedene Mundstücke und Materialien
Die Wahl des Mundstücks prägt die Einwirkung eines Pelhams entscheidend. Bei Albenisa finden Sie Pelham‑Gebisse in einfach gebrochener, doppelt gebrochener oder starrer Ausführung sowie mit Komfortstangen oder Olivenkopfstange. Jede Variante erfüllt einen spezifischen Zweck:
| Mundstück | Wirkung | Empfohlene Anwendung |
|---|---|---|
| Einfach gebrochen | Wirkt auf die Zungenlade des Pferdes und die Bars; die einseitige Zügelhilfe kommt präzise an; durch konstante Anlehnung kann das Pferd das Gebiss leicht anheben und der Zunge mehr Platz verschaffen. | Für Pferde mit weichem Maul und erfahrene Reiter; ideal zum Schulen eines feinen Kontakts und für Pferde, die eine deutliche, aber sanfte Einwirkung bevorzugen. |
| Doppelt gebrochen | Das olivenförmige Verbindungsstück umschließt die Zunge und verteilt den Druck gleichmäßig; das Gebiss liegt ruhiger im Maul, ermöglicht eine feinere Hilfengebung, birgt bei starker Einwirkung jedoch die Gefahr des Quetschens der Zunge. | Geeignet für sensible Pferde, die auf gleichmäßigen Druck reagieren; häufig in Dressur und anspruchsvollen Lektionen eingesetzt. |
| Stange/Stangengebiss | Ungebrochenes Mundstück, das den Druck direkt auf Zunge und Bars verteilt; bietet eine sehr ruhige Lage im Maul. | Für routinierte Reiter, die eine klare und ruhige Verbindung wünschen; ideal für gut ausgebildete Pferde, die ein stabiles Mundstück schätzen. |
| Soft‑Control (doppelt gebrochen) | Wird bei Annahme weich, doch sobald das Pferd gegen die Zügel geht, wirkt es als Stange und verstärkt die Einwirkung. | Als Korrektur‑ oder Ausbildungsgebiss für Pferde geeignet, die zu stark ziehen; unterstützt eine feine Verbindung, wenn das Pferd die Hilfen annimmt. |
| Comfort‑Stange oder Olivenkopfstange | Leicht gebogene, glatte Stange, die sich der Anatomie des Pferdemauls anpasst; Druckverteilung auf Zunge und Bars, verhindert Kneifen. | Ideal für Pferde mit empfindlichem Maul; bietet Komfort und gleichmäßige Druckverteilung, besonders bei längeren Ausritten oder jungen Pferden. |
Auch das Material spielt eine Rolle: Edelstahl ist robust und pflegeleicht, Sensogan zeichnet sich durch eine besondere Mischung aus Kupfer, Zink und Mangan aus, die zur Kauaktivität anregt, und Gummi bietet eine weiche Oberfläche, die von sensiblen Pferden geschätzt wird. Unsere Sprenger‑Gebisse setzen auf hochwertige Legierungen wie Sensogan und sind teilweise mit seitlichen Edelstahlseiten ausgestattet. Modelle von Waldhausen bieten gummierte Pelhams oder robuste Edelstahlvarianten, während Beris durch komfortable Stangen und flexible Mündungen überzeugt. Für Reiterinnen, die leichte Kunststoffe bevorzugen, empfehlen wir die innovativen Gebisse von Nathe.
Pelhams korrekt verwenden: Zügel und Zubehör
Die Art der Zügelführung beeinflusst die Einwirkung des Pelhams maßgeblich. Mit zwei Zügelpaaren lässt sich die Hebelwirkung differenzieren: Der obere Zügel wirkt wie bei einer Wassertrense, der untere überträgt die Hebelkraft und den Druck der Kinnkette. Wer lieber nur einen Zügel nutzt, kann Pelhamriemen verwenden, die beide Ringe verbinden. Doch diese Vereinfachung reduziert die Präzision der Hilfen und sollte nur dann gewählt werden, wenn eine differenzierte Einwirkung über zwei Zügel nicht möglich ist. Nutzen Sie stets eine passende Kinnkette – sie verhindert, dass das Gebiss überdreht und sorgt für eine ruhige Lage im Maul. Zum Fixieren der Kinnkette eignen sich Kinnkettenschoner aus Leder oder Gel, die Scheuern verhindern.
Weitere wichtige Zubehörteile sind Zügel in verschiedenen Ausführungen. Lederzügel bieten einen klassischen Griff und passen zu vielen Kandarenzügeln. Gummi- oder Nylonzügel bieten zusätzliche Griffigkeit bei nassem Wetter. In unserer Kategorie Zügel finden Sie passende Modelle aus Leder, Gurt oder mit Gummieinlage. Bei stark anziehenden Pferden oder im Springreiten empfehlen wir den Einsatz von Zügelstoppern, die verhindern, dass die Zügel durch die Ringe rutschen. Denken Sie auch an Gebiss-Zubehör wie Pelhamriemen, Kinnkettenhaken und Gebissschutzscheiben, um das Gebiss optimal an die Bedürfnisse Ihres Pferdes anzupassen.
Wann eignet sich ein Pelham?
Das Pelham findet seinen Einsatz vor allem bei fortgeschrittenen Reitern, die eine präzise, fein abgestimmte Einwirkung auf ihr Pferd wünschen. Aufgrund der Hebelwirkung gehört es ausschließlich in geübte Hände und sollte nicht als Lösung für Ausbildungsprobleme eingesetzt werden. In höheren Dressurklassen und im Springen ermöglicht das Pelham eine feine Kommunikation, um Lektionen zu verfeinern und eine stabile Kopfposition zu erreichen. Auch beim Jagdreiten oder beim Geländeritt kann ein Pelham sinnvoll sein, wenn das Pferd sehr kräftig ist und eine zusätzliche Unterstützung benötigt wird. Für junge Pferde oder unerfahrene Reiter ist das Gebiss nicht geeignet.
Der richtige Einsatz erfordert viel Gefühl und eine gute Vorbereitung: Arbeiten Sie zunächst mit einer weichen Wassertrense, um Ihrem Pferd die Grundlagen der Anlehnung beizubringen. Erst wenn Ihr Pferd die Hilfen korrekt annimmt und Sie selbst feinfühlig einwirken können, lohnt sich der Einsatz eines Pelhams. Achten Sie darauf, dass das Gebiss richtig sitzt – es sollte 0,5 bis 1 cm schmaler sein als eine Wassertrense, damit die festen Ringe an den Lefzen anliegen, ohne einzuklemmen.
Tipps zur Passform und Pflege
Eine korrekte Passform ist entscheidend für den Komfort Ihres Pferdes. Messen Sie die Gebissweite, indem Sie ein leicht gebogenes Gebiss anlegen und die Lefzen markieren. Wählen Sie das Pelham anschließend 0,5 bis 1 cm kürzer als eine Wassertrense, damit die festen Ringe dicht anliegen und das Gebiss ruhig im Maul sitzt. Achten Sie darauf, dass die Kinnkette weder zu locker noch zu straff ist. Eine zu lockere Kette verliert ihre Wirkung, eine zu straffe verursacht übermäßigen Druck. Kinnkettenschoner aus Leder oder Gel erhöhen den Komfort.
Reinigen Sie das Gebiss nach jedem Ritt. Entfernen Sie Speichel- und Futterreste unter warmem Wasser. Sensogan und Edelstahl lassen sich einfach säubern; gummierte Gebisse sollten vorsichtig abgewischt und nicht übermäßig gebürstet werden. Prüfen Sie regelmäßig, ob das Material Beschädigungen aufweist, und ersetzen Sie abgenutzte Kinnketten, Riemchen und Pelhamriemen rechtzeitig. Eine sorgfältige Pflege erhöht die Lebensdauer und bewahrt die Funktionalität Ihres Gebisses.
FAQ – häufige Fragen zu Pelhams
Was ist schärfer, Pelham oder Springkandare?
Ob ein Pelham oder eine Springkandare als schärfer empfunden wird, hängt von Hebellänge, Mundstück, Verschnallung und Zügelführung ab. Eine Springkandare besitzt in der Regel längere Anzüge und erzeugt dadurch einen stärkeren Hebel auf Unterkiefer und Genick. Ein Pelham wirkt ebenfalls über Hebel, lässt sich jedoch durch zwei Zügel oder Pelhamriemen feiner abstufen. In der Praxis gilt: Eine Springkandare baut schneller Druck auf, während ein Pelham bei korrekter Hand ruhiger und differenzierter eingesetzt wird.
Was ist der Unterschied zwischen Pelham und Kandare?
Der zentrale Unterschied liegt im Aufbau und in der Funktion.
Eine Kandare besteht aus zwei Gebissen – Unterlegtrense und Kandarenstange – und wird ausschließlich mit zwei Zügelpaaren geritten. Sie setzt eine sehr feine, konstante Zügelführung voraus.
Ein Pelham kombiniert Trensen- und Kandarenwirkung in einem Gebiss. Es kann mit zwei Zügeln oder mit Pelhamriemen geritten werden und bietet dadurch mehr Flexibilität. Das Pelham eignet sich für Reiter, die eine kandarenähnliche Wirkung nutzen möchten, ohne ein komplettes Kandarenzaumzeug einzusetzen.
Wie stelle ich die Kinnkette am Pelham richtig ein?
Die Kinnkette sollte so verschnallt werden, dass zwischen dem unteren Anzug des Gebisses und der Maulspalte ein Winkel von etwa 30–45 Grad entsteht, wenn das Pferd die Zügel annimmt. Dies gewährleistet, dass die Kette ihren Zweck erfüllt, ohne zu stark zu drücken. Ein Kinnkettenschoner aus Leder oder Gel schützt zusätzlich vor Scheuerstellen.
Kann ich mit einem Pelham mit nur einem Zügel reiten?
Es ist möglich, Pelhamriemen zu verwenden, die den oberen und unteren Ring verbinden, sodass Sie mit einem Zügel reiten können. Beachten Sie jedoch, dass diese Methode die Differenzierung der Zügelhilfen einschränkt und daher weniger fein ist. Für eine präzise Einwirkung empfiehlt sich die Nutzung von zwei Zügeln.
Welche Pelhamgrößen sind erhältlich?
Die meisten Pelhams sind in Längen zwischen 11,5 cm und 17,5 cm erhältlich. Wählen Sie die Größe entsprechend der Maulweite Ihres Pferdes und denken Sie daran, dass Pelhams etwas kürzer gewählt werden sollten als Wassertrensen, um einen stabilen Sitz zu gewährleisten. Unser Sortiment umfasst verschiedene Größen; bei Fragen hilft Ihnen unser Kundenservice gerne weiter.
Was bewirkt ein Pelham?
Ein Pelham verstärkt die Zügelhilfen durch Hebelwirkung und verteilt den Druck auf Zunge, Laden, Unterkiefer und Genick. Je nach Zügelaufnahme wirkt zunächst die trensenähnliche Komponente, bei stärkerem Kontakt kommt die kandarenähnliche Wirkung hinzu. Dadurch unterstützt ein Pelham eine präzisere Einwirkung, mehr Kontrolle und eine klarere Kommunikation – vorausgesetzt, es wird ruhig, gezielt und von erfahrenen Reitern eingesetzt.
