
Fellwechsel beim Pferd: Decken-Guide für wechselhaftes Wetter
Wenn im Frühling der Fellwechsel beim Pferd beginnt, stehen viele Reiterinnen und Reiter vor einer bekannten Herausforderung: Der Winterpelz löst sich langsam, das neue Sommerkleid schiebt sich nach und Ihr Pferd benötigt individuelle Unterstützung. Die Temperaturen schwanken zwischen sonnig warm am Tag und kühler Nacht, der Organismus ist im Dauereinsatz und Sie fragen sich, welche Decke die richtige ist. Als Experten von Albenisa begleiten wir Sie mit dieser Frage schon seit zwei Jahrzehnten. In unserem umfangreichen Onlineshop finden Sie von der ungefütterten Regendecke bis zur technisch anspruchsvollen Outdoordecke alles, was Ihr Pferd während des Fellwechsels braucht. Dieser Ratgeber nimmt Sie an die Hand, erklärt die biologischen Hintergründe des Fellwechsels, führt Sie durch die Kriterien der Deckenwahl und erzählt Ihnen, wie die richtige Decke zu einem entspannten Start in die Saison beitragen kann.
Warum der Fellwechsel beginnt
Der Fellwechsel ist kein Zufallsereignis, sondern wird durch die Länge des Tageslichts gesteuert. Forschungen haben gezeigt, dass die Hormone Melatonin und Prolaktin die entscheidende Rolle spielen. Ein hoher Melatoninspiegel im Winter unterdrückt die Produktion von Prolaktin; wenn die Tage länger werden, sinkt der Melatoninspiegel, Prolaktin wird aktiv und die Haarfollikel wechseln vom Ruhezustand in die Wachstumsphase. Ab dem 21. Dezember, dem kürzesten Tag des Jahres, bereitet der Körper das Sommerfell vor. Temperaturen beeinflussen lediglich die Geschwindigkeit des Prozesses: Bleibt es im Januar sehr kalt, verlangsamt sich der Fellwechsel; wird es früh warm, schreitet er schneller voran.

Die Dauer des Fellwechsels unterscheidet sich je nach Rasse, Alter und Haltungsbedingungen. Bei Warmblütern mit robustem Winterfell werden laut Fachliteratur 12 bis 16 kg Haar im Verlauf der Saison abgestoßen. Diese enorme Stoffwechselleistung erklärt, warum viele Pferde während des Fellwechsels müde wirken oder abnehmen: Das Wachstum des neuen Haarkleids erfordert Proteine, Spurenelemente und Energie, die dem Organismus zur Verfügung gestellt werden müssen.
Die Bedürfnisse Ihres Pferdes im Fellwechsel
Während der Frühlingsmonate arbeitet der Körper Ihres Pferdes wie eine gut durchdachte Klimaanlage. Eine konstante Kerntemperatur von rund 38 °C wird durch die Thermoregulation gehalten, selbst wenn die Außentemperaturen zwischen 5 °C und 15 °C schwanken. Bei Kälte stellen Haarbalgmuskeln das dickere Fell auf, es entsteht eine isolierende Luftschicht; bei Wärme weiten sich die Blutgefäße und die Haut leitet Überschusswärme ab. Ältere oder geschorene Pferde sowie Tiere mit kürmmerem Haarkleid benötigen jedoch früher eine Decke als robuste Rassen wie Haflinger oder Fjordpferde.
Der Fellwechsel ist kräftezehrend: Haare bestehen vorwiegend aus Keratin, einem Eiweiß. Der Stoffwechsel muss also viele Aminosäuren bereitstellen. Gleichzeitig ist das Immunsystem im Dauereinsatz, denn Temperaturschwankungen fordern den Kreislauf und können Stress für den Organismus bedeuten. Eine ausgewogene Fütterung mit hochwertigem Heu, ausreichend Protein und Spurenelementen wie Zink und Kupfer ist deshalb wichtig. Eine isolierte Zinkgabe in hohen Mengen ist nicht ratsam, denn ein Überschuss kann andere Mineralstoffaufnahmen beeinträchtigen.
Neben der Fütterung spielt die Pflege eine Rolle. Kräftiges Putzen vor und nach dem Reiten regt die Durchblutung der Haut an und beschleunigt das Abwerfen des Winterfells. Auch ein Bad oder das Wälzen im Sand können helfen, lose Haare zu lösen. Häufige, aber sanfte Fellpflege stärkt zudem die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Pferd.
Warum die Wahl der richtigen Decke entscheidend ist
Der Übergang zwischen Winter und Sommer ist für Pferde eine sensible Zeit. Viele Besitzer möchten ihr Pferd vor Nässe, Wind und kühlen Temperaturen schützen, gleichzeitig aber Überhitzung vermeiden. Hier kommen Pferdedecken für den Frühling ins Spiel. Doch welche Decke hilft wirklich?
Die Grundregel lautet: Beobachten Sie Ihr Pferd. Früh beginnt es mit dem Fellwechsel und reagiert individuell auf Temperaturunterschiede. Ein robustes Warmblut, das im Offenstall lebt, kommt bei 10 °C oft ohne Decke aus, während ein geschorenes Sportpferd bei der gleichen Temperatur eine leichte Regendecke benötigt. Die Grammatur der Deckenfüllung (gemessen in Gramm pro Quadratmeter) liefert eine Orientierung: Je höher die Grammzahl, desto wärmer die Decke. Allerdings ersetzt die Zahl keine individuelle Einschätzung. Alter, Haltung, Rasse und Gesundheitszustand sollten berücksichtigt werden.

Regendecken und Übergangsdecken (0 – 100 g Füllung)
In milden Frühlingsnächten und bei Temperaturen zwischen 5 °C und 15 °C empfehlen wir eine regendichte, ungefütterte Decke oder eine leicht gefütterte Übergangsdecke. Regendecken ohne Füllung (0 g) dienen vor allem dem Schutz vor Wind und Nässe und verhindern Überhitzung. Ein Beispiel sind unsere Outdoordecken mit wasserabweisendem Obermaterial mit 840 Denier und einer Wassersäule von 5 000 mm. Dank atmungsaktiver Materialien mit einer Atmungsaktivität von 3 000 g/m²/24 h wird Feuchtigkeit von innen nach außen transportiert und die Klimaregulierung Ihres Pferdes unterstützt. Eine hellere Farbe wie Eisblau kann laut Herstellerangaben die Sonnenreflexion verbessern und so das Risiko eines Hitzestaus reduzieren.
Für Pferde, die geschoren sind oder eine niedrige Körperfettreserve besitzen, eignet sich eine übergangsdecke mit 50 g bis 100 g Füllung. Sie bietet einen leichten Wärmeschutz, ohne die Thermoregulation zu behindern. In unserem Shop finden Sie Regendecken mit feuchtigkeitsregulierendem Futter. Dieses Material sorgt dafür, dass sich Ihr Pferd auch bei nasskaltem Wetter wohlfühlt und die Decke bei Temperaturschwankungen nicht klamm wird.
Outdoordecken mit mittlerer Füllung (100 – 150 g)
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt (0 °C bis 5 °C) und in der nassen, windigen Übergangszeit bieten Outdoordecken mit 100 g bis 150 g Füllung einen guten Wärmeschutz. Diese Decken verfügen über eine Isolierung, die aus synthetischer Wattierung besteht. Sie sind wasserdicht, winddicht und zugleich atmungsaktiv. Unsere Markenpartner wie Kavalkade und Bucas bieten Modelle mit innovativen Schnitten, die dem Pferd eine große Bewegungsfreiheit ermöglichen, und Fütterungen, die das Risiko eines Wärmestaus minimieren.
Die Kombination mit einem Liner-System ist besonders praktisch: Unterdecken mit 50 g oder 100 g Füllung können dank Clips oder Klettverschlüssen mit einer äußeren Regendecke verbunden werden. So passen Sie die Isolierung an, ohne mehrere Decken übereinanderzulegen. Mehrlagiges Eindecken schadet der Atmungsaktivität und drückt auf die Brust Ihres Pferdes. Mit dem Liner-System bleibt die Bewegungsfreiheit erhalten und Sie können nachts für Wärme sorgen und tagsüber schnell anpassen.
Stalldecken und Winterdecken (150 g und mehr)
In frostigen Nächten unter dem Gefrierpunkt benötigen geschorene oder alte Pferde eine wärmere Decke mit 150 g bis 300 g Füllung. Unsere Stalldecken bestehen aus weichem, atmungsaktivem Material und sind für die Verwendung im Stall gedacht. Sie halten das Pferd warm, ohne es zu überhitzen. Im Frühling werden diese Decken jedoch nur in Ausnahmefällen benötigt, etwa wenn das Tier stark geschoren ist oder bereits gesundheitlich eingeschränkt.
Decken-Empfehlungen im Überblick
Die folgende Tabelle bietet Ihnen einen schnellen Überblick über geeignete Decken in Abhängigkeit von der Temperatur und dem Fellzustand des Pferdes (unterschiedliche Füllungsstärken entsprechen verschiedenen Grammaturen):
Temperatur | Ungeschorenes Pferd | Geschorenes Pferd |
|---|---|---|
10 bis 15 °C | meist keine Decke; bei empfindlichen Tieren Regendecke 0 g | Regendecke 0 g oder leichte Deckfüllung 50 g |
5 bis 10 °C | Regendecke 50 g | Outdoordecke 100 g |
0 bis 5 °C | Outdoordecke 50 g bis 100 g | Outdoordecke 150 g |
0 bis ‑ 5 °C | Outdoordecke 100 g bis 150 g | Outdoordecke 200 g bis 250 g |
< ‑ 10 °C | Stall-/Outdoordecke 200 g bis 250 g | Winterdecke 300 g bis 400 g |
Beachten Sie diese Werte als Orientierungshilfe. Jedes Pferd reagiert anders. Unsere Kolleginnen im Kundenservice beraten Sie gern, welche Marke und Passform zu Ihrem Vierbeiner passen.
Unsere Kundinnen berichten oft, wie sehr sie diese Flexibilität schätzen. Statt mehrere Decken zu kaufen, kombinieren sie bspw. eine Regendecke mit austauschbaren Linern für 50 g oder 100 g Isolierung. So bleiben sie auf plötzliche Wetterumschwünge vorbereitet und sparen zugleich Zeit im Stall. Dank passgenauer Schnitte unserer Markenpartner verrutschen die Decken nicht; verstellbare Frontverschlüsse und elastische Gurtbänder sorgen für Komfort.
Weitere Entscheidungskriterien für die Deckenwahl
Die Wahl der richtigen Decke hängt nicht allein von der Temperatur ab. Folgende Faktoren sollten Sie berücksichtigen:
Haltungsform: Pferde im Offenstall sind der Witterung stärker ausgesetzt und sollten bei Nässe und Wind geschützt werden. Stallpferde haben es oft warm; hier genügt bei milden Temperaturen eine dünne Regendecke oder gar keine Decke.
Rasse und Konstitution: Haflinger, Fjordpferde und Ponys verfügen über ein dichtes Unterfell und kommen im Frühling oft ohne Decke aus. Sportpferde mit dünnem Haarkleid, ältere Tiere oder solche mit geringer Fettreserve benötigen eher Schutz.
Schur: Geschorene Pferde können ihre Thermoregulation nicht mehr durch das Aufstellen des Fells aktivieren. Sie sind auf eine gute Decke angewiesen. Bereits ab Temperaturen unter 10 °C sollten sie eine leichte Decke tragen.
Individuelles Temperaturempfinden: Manche Pferde frieren schnell, andere schwitzen bei geringer Anstrengung. Beobachten Sie das Verhalten: Fühlt sich die Brust warm und trocken an, ist die Decke passend. Ist das Fell feucht, ist die Decke zu warm; bei kalten Ohren oder Gänsehauteffekt benötigt das Pferd mehr Schutz.
Passform: Eine gut sitzende Decke darf weder scheuern noch verrutschen. Als einfache Messregel gilt: Die Rückenlänge von Widerrist bis Schweif entspricht der Deckengröße. Schlanke Pferde brauchen eventuell eine kleinere Größe, kräftige mit hohem Halsansatz eine Nummer größer. Achten Sie auf verstellbare Frontverschlüsse und anatomische Schnitte.
Material: Hochwertige Decken verwenden reißfestes Obermaterial (600 D bis 1680 D), atmungsaktive Membranen und glatte Innenfutter. Für empfindliche Pferde empfehlen wir glattes Nylon- oder Seidenfutter, das das Fell schont. Unser Sortiment umfasst sowohl Basismodelle für Alltagseinsatz als auch Premiumdecken mit innovativen Features.
Nachhaltigkeit und Service: Albenisa setzt auf umweltfreundliche Verpackungen und bietet klimaneutrale Versandoptionen. Dank unserer Zusammenarbeit mit renommierten Marken wie Kingsland, Bucas, Waldhausen oder Imperial Riding steht Ihnen eine breite Auswahl an langlebigen Decken zur Verfügung.
Häufige Fragen zum Fellwechsel beim Pferd
Wie lange sind Pferde im Fellwechsel?
Die Dauer des Fellwechsels beim Pferd ist individuell und hängt vom Haarzyklus sowie vom Stoffwechsel ab. Der hormonelle Start wird durch die Tageslänge angestoßen, sichtbar wird der Fellwechsel aber erst dann, wenn die alten Haare gelockert werden und ausfallen. In der Praxis dauert die Phase mit deutlich erkennbarem Haarverlust häufig 4 bis 8 Wochen; bei älteren Pferden, sehr dichtem Winterfell, Stoffwechselbelastung oder dauerhaft warmem Stallklima kann sich der Prozess auch 8 bis 12 Wochen hinziehen. Typisch ist, dass der Haarverlust nicht jeden Tag gleich stark ist: Der Anteil gelockerter Haare schwankt, sodass Sie beim Putzen zeitweise deutlich mehr lose Haare entfernen, obwohl der Fellwechsel kontinuierlich weiterläuft.
Welche Decke ist für den Fellwechsel im Frühling geeignet?
Eine Regendecke ohne Füllung schützt empfindliche, aber ungeschorene Pferde bei Temperaturen zwischen 10 °C und 15 °C. Bei 5 °C bis 10 °C empfiehlt sich für ungeschorene Tiere eine Decke mit 50 g Füllung, geschorene Pferde benötigen etwa 100 g. Sinkt die Temperatur unter 5 °C, bieten Outdoordecken mit 100 g bis 150 g ausreichend Isolation. Das Liner-System von Albenisa erlaubt es, die Füllung flexibel anzupassen, ohne mehrere Decken übereinanderzulegen.
Wie kann ich mein Pferd während des Fellwechsels unterstützen?
Unterstützen Sie den Fellwechsel beim Pferd gezielt über Fütterung, Pflege und Temperaturmanagement. Da Haare überwiegend aus Keratin bestehen, braucht der Körper ausreichend hochwertiges Eiweiß; die Basis bleibt gutes Heu, bei müden oder abbauenden Pferden lohnt sich eine Rationsprüfung auf Proteinqualität. Achten Sie außerdem auf eine ausgewogene Mineralstoff- und Spurenelementversorgung (nicht nur Zink, auch Kupfer und weitere Mikronährstoffe) und vermeiden Sie isolierte Hochdosierungen einzelner Spurenelemente. Regelmäßiges Striegeln löst lose Haare und fördert die Hautdurchblutung, und eine atmungsaktive, passend gewählte Decke hilft in der Übergangszeit, Wind und Nässe abzufangen, ohne Hitzestau zu riskieren.
Wie erkenne ich, ob mein Pferd friert oder schwitzt?
Fühlen Sie mit Ihrer Hand zwischen Pferd und Decke: Ist die Haut kühl und das Fell sträubt sich, friert das Tier. Warme, feuchte Haut deutet auf Schwitzen hin. Achten Sie außerdem auf Verhaltenssignale wie Zittern, Unruhe oder Mattigkeit. Passen Sie die Decke an, wenn sich das Wetter ändert. Verwenden Sie atmungsaktive Materialien, um Hitzestau zu vermeiden.
Ist es sinnvoll, mein Pferd im Frühling zu scheren?
Eine Schur kann sinnvoll sein, wenn Ihr Pferd intensiv trainiert wird, stark schwitzt und Sie die Trocknungszeit verkürzen möchten. Geschorene Pferde sind jedoch auf einen guten Wärmeschutz angewiesen. Achten Sie darauf, ab Temperaturen unter 10 °C eine leichte Decke zu verwenden und passen Sie die Füllung an die Außentemperatur an. Eine teilweise Schur (nur Hals und Brust) kann einen Kompromiss darstellen.
Fazit
Wir hoffen, dieser Ratgeber hat Ihnen geholfen, den Fellwechsel Ihres Pferdes besser zu verstehen und die passende Decke zu finden. Bei weiteren Fragen steht Ihnen das Albenisa-Team mit persönlicher Beratung zur Seite. Wir möchten, dass Sie und Ihr Pferd den Frühling in vollen Zügen genießen können – gut ausgestattet, inspiriert und voller Vorfreude auf die kommenden Ausritte.
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