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Denier bei Pferdedecken: Was die Zahl über Fadenstärke und Reißfestigkeit aussagt

Denier bei Pferdedecken: Was die Zahl über Fadenstärke und Reißfestigkeit aussagt

Benedikt Zöllner
08.09.2026

Denier (Kurzzeichen den oder D) bezeichnet die Fadenstärke des Garns, aus dem das Obermaterial einer Pferdedecke gewebt ist. Die Maßzahl gibt das Gewicht des Fadens je 9.000 Meter Lauflänge an: Ein Garn mit 600 Denier wiegt bei dieser Länge 600 Gramm, ein Garn mit 1.200 Denier entsprechend 1.200 Gramm. Je höher die Denier-Zahl, desto dicker das Garn und desto gröber die daraus entstehende Gewebestruktur. Bei Pferdedecken liegt die gebräuchliche Spanne zwischen etwa 420 und 1.800 Denier, vereinzelt reichen verstärkte Weidedecken bis 3.600 Denier.

Fadenstärke, Garnfeinheit, D-Zahl: Woher die Maßeinheit stammt

Der Begriff Denier geht auf die französische Münz- und Gewichtseinheit denier zurück, die sich wiederum vom lateinischen denarius ableitet. Als internationale Titermaßeinheit für Garnfeinheit wurde Denier inzwischen weitgehend durch Tex beziehungsweise Dezitex (dtex) abgelöst. In der Reitsportbranche hat sich die Denier-Angabe für Deckenmaterial jedoch bis heute gehalten und taucht auf Etiketten wahlweise als den, D oder DEN auf, gemeint ist stets dieselbe Fadenstärke.

Macht eine höhere Denier-Zahl eine Pferdedecke automatisch reißfester?

Nein. Die Denier-Zahl beschreibt ausschließlich die Fadenstärke, nicht die Materialqualität. Ausschlaggebend für die Reißfestigkeit ist die Kombination aus Fadenstärke und Fasertyp: Ein 600-Denier-Gewebe aus Nylon ist widerstandsfähiger als ein 1.200-Denier-Gewebe aus Baumwolle, weil Polyamidfasern eine deutlich höhere Zugfestigkeit besitzen als Naturfasern. Nylon gilt gegenüber Polyester zusätzlich als strapazierfähiger, ist im Vergleich jedoch auch teurer in der Verarbeitung.

Denier oder Ripstop: Fadenstärke und Webart sind zwei unterschiedliche Größen

Neben der Denier-Zahl bestimmt die Webart die Reißfestigkeit eines Deckenmaterials. Beim Ripstop-Verfahren werden im Abstand von etwa 5 bis 20 Millimetern zusätzliche, dickere Fäden ins Gewebe eingearbeitet. Dadurch entsteht das charakteristische Karomuster, das ein Weiterreißen des Stoffes an einer bereits beschädigten Stelle verhindert. Ripstop ist also keine Materialangabe, sondern eine Webtechnik, die unabhängig von der Denier-Zahl zusätzliche Stabilität schafft. Für Stall- und Outdoordecken kommt daneben die Oxford-Webart zum Einsatz, bei der Kette und Schuss in gleicher Stärke verarbeitet werden.

Welche D-Werte sind für welchen Deckentyp üblich?

In der Praxis haben sich für unterschiedliche Einsatzbereiche typische Denier-Bereiche etabliert:

EinsatzbereichÜbliche Denier-ZahlHinweis
Stalldeckeab ca. 420 Deniergeringere mechanische Belastung im Boxenbereich
Paddock- und Weidedecke600 bis 1.200 DenierStandardbereich für den täglichen Weidegang
Weidedecke mit Ripstop-Verstärkung1.200 bis 1.800 Denierzusätzlicher Schutz bei Herdenhaltung
Extrem-Weidedeckebis 3.600 Denierz. B. Gewebe aus ballistischem Nylon

Zum Vergleich: Rucksäcke und Reisetaschen werden meist aus Garnen mit 500 bis 1.000 Denier gefertigt, feine Damenstrumpfhosen liegen dagegen bei rund 15 Denier. Im Sortiment von Albenisa finden Sie Weidedecken über mehrere Denier-Klassen, von 600-Denier-Modellen für ruhige Herdenverbände bis zu 1.680-Denier-Ausführungen für Pferde mit hoher Bewegungsaktivität auf der Weide.

Denier und Wassersäule: unterschiedliche Kennwerte am gleichen Material

Die Denier-Zahl beschreibt die mechanische Stabilität des Gewebes, sagt jedoch nichts über dessen Wasserdichte aus. Diese wird über die Wassersäule angegeben, gemessen in Millimetern: Standardware liegt bei 2.000 bis 3.000 mm, professionelle Outdoordecken bei 3.000 bis 6.000 mm, wasserdichte Spitzenmodelle bei 6.000 bis 10.000 mm. Verantwortlich für die Wasserdichte ist nicht das Garn selbst, sondern eine rückseitig aufgebrachte Membranbeschichtung. Eine Decke mit hoher Denier-Zahl ist demnach nicht automatisch wasserdichter als eine mit niedrigerer Fadenstärke.

Häufige Fragen zu Denier bei Pferdedecken

Was bedeutet die Denier-Zahl bei einer Pferdedecke?

Die Denier-Zahl gibt die Fadenstärke des Obermaterials an: Ein Denier entspricht einem Gramm Garngewicht pro 9.000 Meter Lauflänge. Je höher der Wert, desto dicker das Garn.

Ist eine 1.200-Denier-Decke immer robuster als eine 600-Denier-Decke?

Nicht zwangsläufig. Entscheidend ist neben der Fadenstärke auch der Fasertyp: Eine 600-Denier-Decke aus hochwertigem Nylon kann widerstandsfähiger sein als eine 1.200-Denier-Decke aus Baumwolle.

Welche Fadenstärke ist für eine Weidedecke sinnvoll?

Für den täglichen Weidegang haben sich 600 bis 1.200 Denier bewährt. Pferde mit ausgeprägtem Herden- oder Spielverhalten profitieren von Modellen mit 1.200 bis 1.800 Denier oder zusätzlicher Ripstop-Verstärkung.

Was unterscheidet Denier von Ripstop?

Denier beschreibt die Fadenstärke des Garns, Ripstop dagegen eine Webtechnik, bei der zusätzliche Fäden im Karomuster eingewebt werden. Beide Merkmale lassen sich unabhängig voneinander kombinieren.

Sagt die Denier-Zahl etwas über die Wasserdichte einer Decke aus?

Nein. Die Wasserdichte wird über die Wassersäule in Millimetern angegeben und hängt von der rückseitigen Membranbeschichtung ab, nicht von der Fadenstärke des Obermaterials.

Quellen

  1. BUSSE Reitsport (2025). D für Decken und für Denier. busse-reitsport.de
  2. Kavalkade GmbH. Pferdedecken – Alles rund um das „Große Eindecken". kavalkade.de

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